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Hinweis in eigener Sache

Diese Seite wird am 24.Mai 2019 geschlossen. Der Blog wird  auf vikas.de mit Hilfe der Kommentarfunktion im Menuepunkt Presseschau/Nachrichten fortgeführt.

Vereinsvorstellung in Oelsnitz (Erz.) – Radikale Neonazis mit von der Partie

() Am Samstag, dem 6. Mai 2017 fand in Oelsnitz eine Vorstellungsveranstaltung des Vereins „Unsere Heimat – Unsere Zukunft“ statt. Auch wenn im Vereinsregister angegeben wird, der Zweck der Gruppe sei unter anderem „Natur- und Landschaftspflege zum Erhalt unserer Heimat und Natur“ sowie „Erhaltung der erzgebirgischen Kultur“, so stellt dieser Verein doch einen weiteren Versuch dar, rechte und rassistische Positionen in der Region zu stärken und zu etablieren.

Der Grund: Die Strukturen beherbergen radikale Neonazis. Beim 1. Vereinsvorstand handelt es sich um Maik Arnold – Ehemals einer von drei Anführern der verbotenen rechtsradikalen Kameradschaft „Nationale Sozialisten Chemnitz“ – derzeit Stützpunktleiter der neonazistischen Partei „Der lll. Weg“ in Lugau. Bei den „NSC“ fungierte er als Anmelder und Redner bei Versammlungen. Außerdem sollen sich er und weitere Mitglieder, vor ihrem Verbot im Jahr 2014, mehrmals zu bewaffneten Angriffen auf Migrant*Innen verabredet haben. Desweiteren führte die Gruppe neben Kampfsport- auch Schießtrainings durch.

Noch interessanter: Im Zuge einer Hausdurchsuchung fanden die Behörden bei Maik Arnold eine „NSU-NSDAP“-CD. Dabei handelt es sich um eine der frühesten nachweisbaren Erwähnungen der Terrorgruppe „NSU“. Auch bekannt ist, dass mindestens ein weiteres Führungsmitglied der Nationalen Sozialisten Chemnitz Kontakte zu NSU-Angeklagten hatte. Um seine Gesinnung macht Arnold auch auf Facebook mittlerweile keinen Hehl mehr, wie diverse Einträge zeigen. In einem Post wird von ihm sogar gefordert, „die Leichenberge unserer Feinde hoch aufzubauen“. Nur ein nichtssagender Spruch oder ein Indiz dafür, dass er seine rechtsradikale, gewalttätige Art noch nicht „abgelegt“ hat? Wir stellen uns nun die Frage, wie es möglich sein kann, dass ein radikaler Neonazi im Vorstand eines solchen Vereins vertreten ist und von niemandem hinterfragt wird. Auch raten wir den Menschen, denen wirklich etwas am Erzgebirge liegt, davon ab, in einem solchen Verein aktiv zu sein oder diesen zu unterstützen. Denn offensichtlich handelt es sich bei diesem Zusammenschluss um nichts anderes als Neonazi-Strukturen, die zum Ziel haben, die Gesellschaft durch scheinbar „traditionsbewusste und heimatschützende“ Aktivitäten politisch weiter nach rechts zu trimmen. Weitere Infos: https://publikative.org/2014/04/09/nationale-sozialisten-chemnitz-verbot…http://wachsam-in-chemnitz.de/rechte-strukturen-in-chemnitz/chemnitzer-k…

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/211819

siehe auch: Freie Presse 13.05.2017 – Umstrittener Buratino-Auftritt

Höcke & Co contra Demokratie

(VIDS/wr) Björn Höcke bestätigt in Dresden mit offen dargebotenem nationalistischem Vokabular die Richtigkeit des Urteiles des BFG im NPD-Verbotsverfahren.  Die NPD allein ist längst nicht das Problem, auch wenn man sie nicht aus den Augen verlieren darf  (siehe Sachsen). Nazionalsozialistisches Gedankengut  hat sich längst im Alltag ausgebreitet, ist in vielfältigen Schichten unserer Gesellschaft zunehmend offen oder in verschiedenen Verkleidungen zu finden. Sich dagegen zu wehren ist die eigentliche Aufgabe aller demokratisch legitimierten Kräfte, jedes einzelnen Bürgers und im besonderen  Maße  der durch Wahlen legitimierten Volksvertreter – von der kommunalen Ebene bis zum Bundestag. Unsere Demokratie verfügt (auch in Form des Staates als  Exekutive)  über die erforderlichen demokratisch legitimierten Mittel,  das wird in dem Urteil ebenfalls ganz deutlich, sich erfolgreich gegen Höcke & Co. zu wehren. Sich dieser Mittel wieder bewußt zu werden, sie zu bewahren [!] und sich derer zu bedienen, dies ist eine täglich neue Herausforderung. Hier, so scheint mir, bedarf es noch einiger  Übung. Demokratischer Diskurs statt postfaktisches Denken, die Parteienfinanzierung  auf den Prüfstand stellen, Lobbyisten in die Schranken  weisen und als Mandatsträger mit Sachverstand und  authentisch der demokratisch erworbenen Legitimation gerecht werden – das wären aus meiner Sicht  gute Ansätze zur Stärkung unserer demokratischen Grundordnung.

VIKAS – in eigener Sache

[VIDS/Syrau] Die Psychoszene steht seit nunmehr 10 Jahren im Mittelpunkt der Arbeit des Vereines VIKAS e.V.  Inzwischen hat sich die Rolle der Esoterikszene in unserer Gesellschaft (u.a. als Einstieg in sektoide Strukturen) als Schwerpunkt der Arbeit herauskristallisiert. Diesem Thema widmet sich  auch die neue VIKAS-Seite unter dem Motto „Brennpunkt Esoterik“.

Die Seite baut auf dem seit Juli 2016 freigeschalteten elektronischen Recherche- und Informationssystem FEPA auf.  FEPA ist eine Plattform zur strukturierten Sammlung von Informationen zu esoterischen, parawissenschaftlichen und alternativmedizinischen Marktangeboten (EPM). Die erhobenen Daten dienen als Grundlage einer sozial- und geisteswissenschaftlich validen Analyse esoterischer Angebote. Die Aufnahme in die Datenbank stellt kein Werturteil dar, sondern erfolgt zufällig nach der öffentlichen regionalen Wahrnehmbarkeit der Selbstdarstellung der Anbieter in der Printwerbung und im Internet. Ziel der Studie ist es, eine statistisch relevante Menge von esoterischen Angeboten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sammeln und sie der sozialwissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. Die Kriterien zur Aufnahme in die Datenbank können  hier nachgelesen werden.

Zentrale Bestandteile von FEPA sind:

  • eine begriffserklärende Datenbank
  • ein Textarchiv
  • eine Anbieterdatenbank
  • ein Quellenarchiv
  • Formulare zur Erfassung von EPM
  • Formulare zur Übernahme von Beiträgen in das Textarchiv.
  • Blog / Pinnwand – Kurznachrichten

Neben den EPM-Anbietern  sind Faktoren und Akteure des Marktes, die  die gesellschaftliche Akzeptanz von EPM direkt oder indirekt fördern und deren Interaktion Gegenstand der Untersuchungen. Dazu wird die Entwicklung des Einflusses ausgewählter am Markt aktiver Personen,  Berufsgruppen, Organisationen und Institutionen auf die Verbreitung von EPM im deutschsprachigen Raum  über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert.

Wünschenswert ist eine breite Mitwirkung der Internetnutzer  an der Studie.  Dazu ist lediglich eine einmalige Anmeldung am FEPA-Server erforderlich (anonyme Einträge werden nicht beabeitet).  Alle  über FEPA bereitgestellten Informationen werden redaktionell bearbeitet und in SQL-Datenbanken abgelegt . Bei der Veröffentlichung von Beiträgen lassen sich unsere Redakteure vom Ethik-Kodex des Deutschen Fachjournalistenverbandes (DFJV)  leiten. Öffentlich bereitgestellte Daten können vom Leser kommentiert werden. Über diese Kommentarfunktion ist ein direkte Kommunikation zwischen Redaktion und Nutzer möglich.

(wr/dfjv)

 

Kraft der Minerale? Ausstellung in Jena klärt auf

Kraft der Minerale? Ausstellung in Jena klärt auf

10.05.2016 (GWUP/Holger von Rybinski): Viele Menschen glauben, dass Mineralien magische Wirkungen haben und man damit sogar Krankheiten heilen kann. Eine Ausstellung in Jena will nun aufklären unter dem Motto „Wo Wissenschaft aufhört und Mythos beginnt“.

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben dazu die Ausstellung „Die ganz besonderen Eigenschaften der Minerale“ zusammengestellt, die am 11. Mai eröffnet wird. In einer Pressemitteilung weisen die Mineralogen aus Jena darauf hin, dass sie schon häufig von Besuchern auf den Steinen zugeschriebene Eigenschaften angesprochen wurden, deshalb sei es Zeit gewesen, sich des Themas anzunehmen. Wie bereits vor einiger Zeit im „Skeptiker“ berichtet , glauben viele Menschen mit Mineralien die Beschwerden von Allergien oder gar die vermeintlichen Effekte von Schadstoffen lindern zu können. Was manche, wie der Blogger Florian Aigner, aus gutem Grund schlicht für „Nonsens“ halten, hat eine lange Tradition. Schon sumerische Schriften sollen von heilsamen Wirkungen von Steinen berichten. In Deutschland sind die Schriften von Hildegard von Bingen und Paracelsus zu diesem Thema bekannt.
In Jena  werden nun genau diese Behauptungen unter die Lupe genommen. Dem Amethyst etwa wird eine alkoholhemmende Wirkung nachgesagt, obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Belege gibt. „So wie dem Amethyst werden vielen Mineralien und Gesteinen immer wieder Wirkungen zugeschrieben, die sie aus mineralogischer Perspektive nicht haben können – und oftmals auch definitiv nicht haben. Doch gerade das macht dieses Phänomen interessant. Deswegen beschäftigen sich die Mineralogen der Friedrich-Schiller-Universität Jena in ihrer neuen Sonderausstellung mit diesen „besonderen Eigenschaften der Minerale“, so die Pressemitteilung der Universität Jena. Auch die Frage, ob man Krankheiten mit Steinen bekämpfen kann, wird untersucht. „Dass ein Mineral beispielsweise durch seine Fähigkeit, Wärme zu speichern und abzugeben, bei Schmerzen etwa durch Auflegen Linderung verschaffen kann, ist nachvollziehbar, aber mit Sicherheit heilt etwa der Nephrit keine Nierenbeschwerden, wie sein Name vielleicht nahelegt“, so die Ausstellungsmacherin Dr. Birgit Kreher-Hartmann in der gleichen Ankündigung. „Und auch wenn man Rosenquarz oder Bergkristall in Wasser legt, passiert aus mineralogischer Sicht nichts“. Die Mineralogen aus Jena haben sich zum Ziel gesetzt, nicht zu werten, sondern aufzuklären und zu informieren, „was man tatsächlich zweifelsfrei über solche Minerale sagen kann“.

Das klingt vielversprechend und für Skeptiker wie Esoteriker gleichermaßen interessant. Die Ausstellung läuft von 11. Mai 2016 bis 24. Oktober in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena. Angaben zum Ausstellungsort und den Öffnungszeiten finden Sie hier.