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VIKAS – in eigener Sache

[VIDS/Syrau] Die Psychoszene steht seit nunmehr 10 Jahren im Mittelpunkt der Arbeit des Vereines VIKAS e.V.  Inzwischen hat sich die Rolle der Esoterikszene in unserer Gesellschaft (u.a. als Einstieg in sektoide Strukturen) als Schwerpunkt der Arbeit herauskristallisiert. Diesem Thema widmet sich  auch die neue VIKAS-Seite unter dem Motto „Brennpunkt Esoterik“.

Die Seite baut auf dem seit Juli 2016 freigeschalteten elektronischen Recherche- und Informationssystem FEPA auf.  FEPA ist eine Plattform zur strukturierten Sammlung von Informationen zu esoterischen, parawissenschaftlichen und alternativmedizinischen Marktangeboten (EPM). Die erhobenen Daten dienen als Grundlage einer sozial- und geisteswissenschaftlich validen Analyse esoterischer Angebote. Die Aufnahme in die Datenbank stellt kein Werturteil dar, sondern erfolgt zufällig nach der öffentlichen regionalen Wahrnehmbarkeit der Selbstdarstellung der Anbieter in der Printwerbung und im Internet. Ziel der Studie ist es, eine statistisch relevante Menge von esoterischen Angeboten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sammeln und sie der sozialwissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. Die Kriterien zur Aufnahme in die Datenbank können  hier nachgelesen werden.

Zentrale Bestandteile von FEPA sind:

  • eine begriffserklärende Datenbank
  • ein Textarchiv
  • eine Anbieterdatenbank
  • ein Quellenarchiv
  • Formulare zur Erfassung von EPM
  • Formulare zur Übernahme von Beiträgen in das Textarchiv.
  • Blog / Pinnwand – Kurznachrichten

Neben den EPM-Anbietern  sind Faktoren und Akteure des Marktes, die  die gesellschaftliche Akzeptanz von EPM direkt oder indirekt fördern und deren Interaktion Gegenstand der Untersuchungen. Dazu wird die Entwicklung des Einflusses ausgewählter am Markt aktiver Personen,  Berufsgruppen, Organisationen und Institutionen auf die Verbreitung von EPM im deutschsprachigen Raum  über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert.

Wünschenswert ist eine breite Mitwirkung der Internetnutzer  an der Studie.  Dazu ist lediglich eine einmalige Anmeldung am FEPA-Server erforderlich (anonyme Einträge werden nicht beabeitet).  Alle  über FEPA bereitgestellten Informationen werden redaktionell bearbeitet und in SQL-Datenbanken abgelegt . Bei der Veröffentlichung von Beiträgen lassen sich unsere Redakteure vom Ethik-Kodex des Deutschen Fachjournalistenverbandes (DFJV)  leiten. Öffentlich bereitgestellte Daten können vom Leser kommentiert werden. Über diese Kommentarfunktion ist ein direkte Kommunikation zwischen Redaktion und Nutzer möglich.

(wr/dfjv)

 

Kraft der Minerale? Ausstellung in Jena klärt auf

Kraft der Minerale? Ausstellung in Jena klärt auf

10.05.2016 (GWUP/Holger von Rybinski): Viele Menschen glauben, dass Mineralien magische Wirkungen haben und man damit sogar Krankheiten heilen kann. Eine Ausstellung in Jena will nun aufklären unter dem Motto „Wo Wissenschaft aufhört und Mythos beginnt“.

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben dazu die Ausstellung „Die ganz besonderen Eigenschaften der Minerale“ zusammengestellt, die am 11. Mai eröffnet wird. In einer Pressemitteilung weisen die Mineralogen aus Jena darauf hin, dass sie schon häufig von Besuchern auf den Steinen zugeschriebene Eigenschaften angesprochen wurden, deshalb sei es Zeit gewesen, sich des Themas anzunehmen. Wie bereits vor einiger Zeit im „Skeptiker“ berichtet , glauben viele Menschen mit Mineralien die Beschwerden von Allergien oder gar die vermeintlichen Effekte von Schadstoffen lindern zu können. Was manche, wie der Blogger Florian Aigner, aus gutem Grund schlicht für „Nonsens“ halten, hat eine lange Tradition. Schon sumerische Schriften sollen von heilsamen Wirkungen von Steinen berichten. In Deutschland sind die Schriften von Hildegard von Bingen und Paracelsus zu diesem Thema bekannt.
In Jena  werden nun genau diese Behauptungen unter die Lupe genommen. Dem Amethyst etwa wird eine alkoholhemmende Wirkung nachgesagt, obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Belege gibt. „So wie dem Amethyst werden vielen Mineralien und Gesteinen immer wieder Wirkungen zugeschrieben, die sie aus mineralogischer Perspektive nicht haben können – und oftmals auch definitiv nicht haben. Doch gerade das macht dieses Phänomen interessant. Deswegen beschäftigen sich die Mineralogen der Friedrich-Schiller-Universität Jena in ihrer neuen Sonderausstellung mit diesen „besonderen Eigenschaften der Minerale“, so die Pressemitteilung der Universität Jena. Auch die Frage, ob man Krankheiten mit Steinen bekämpfen kann, wird untersucht. „Dass ein Mineral beispielsweise durch seine Fähigkeit, Wärme zu speichern und abzugeben, bei Schmerzen etwa durch Auflegen Linderung verschaffen kann, ist nachvollziehbar, aber mit Sicherheit heilt etwa der Nephrit keine Nierenbeschwerden, wie sein Name vielleicht nahelegt“, so die Ausstellungsmacherin Dr. Birgit Kreher-Hartmann in der gleichen Ankündigung. „Und auch wenn man Rosenquarz oder Bergkristall in Wasser legt, passiert aus mineralogischer Sicht nichts“. Die Mineralogen aus Jena haben sich zum Ziel gesetzt, nicht zu werten, sondern aufzuklären und zu informieren, „was man tatsächlich zweifelsfrei über solche Minerale sagen kann“.

Das klingt vielversprechend und für Skeptiker wie Esoteriker gleichermaßen interessant. Die Ausstellung läuft von 11. Mai 2016 bis 24. Oktober in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena. Angaben zum Ausstellungsort und den Öffnungszeiten finden Sie hier.

Das Problem mit meiner Aura

[Greiz] Seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl, dass mein ansonsten mit Energie geladener Körper sich selbst eine Pause verordnet hat.  Meiner Aura fehlt jede Ausstrahlung, sie wirkt blass und eine Reinigung scheint dringend nötig. Auch die gleichnamige Göttin der Morgenbrise ist mir heute nicht gewogen. Ich spüre nicht einmal ein laues Lüftchen an diesem Morgen des 21. Mai 2016.

Da war doch noch etwas. Richtig, heute findet in Greiz der  3. Vogtländische Kongress für Naturgemäße Biologische Medizin statt.  Angekündigt ist der Vortrag eines Heilers, Arztes und Wissenschaftlers aus dem sächsischen Elbflorenz und tags darauf die Möglichkeit der Aura-Reinigung durch eben diesen Herrn in der Schilbach-Villa in Greiz.   Schlappe 191 Euro für eine blitzblanke Aura und neu aufgeladene Chakren sind wahrlich nicht zu viel verlangt.  Den Vortrag darf ich keinesfalls verpassen. Ein Meisterlehrer von Divine Intervention kommt nicht alle Tage in diese Gegend.

Pünktlich nehme ich erwartungsvoll im großen Saal der Vogtlandhalle in Greiz Platz. Inmitten der zahlreich erschienen Ärzte, Heilpraktiker und heilkundigen Laien harre  ich der Dinge, die da kommen werden. Ein älterer Herr entlockt tief in sich ruhend einer überdimensionierten  Balalaika  betörende Klänge. Ich entspanne mich, danach fehlt mir ein Stück Film.

Noch leicht in Trance vernehme ich die Begrüßungsworte des Bürgermeisters der Stadt Greiz. Davon, dass „ganz besonders chronisch Kranke und vor allem auch Krebspatienten … in der ganzheitlichen biologischen Medizin nach ergänzenden Alternativen zur Schulmedizin [suchen]“ war die Rede. Auch davon,  ….“dass bei vielen Dingen die Standardmedizin,  ja  nicht versagt, sondern eine die Sicherheit erweiternde braucht, die von vielen genutzt wird, weil im Rahmen der Standardmedizin auf allen Ebenen auf bestimmte Grenzen gestoßen worden ist, die es letztendlich zu überschreiten gilt.“  Jetzt bin ich wieder hell wach und grüble über diesen Satz. Der Rest ist dadurch untergegangen.

Beifall und Blumen für den Bürgermeister, danach eine Hiobsbotschaft für mich. Der von den Meisterlehrerinnen Starr Fuentes, Selena Rodrigues, Inge Kögl u.a. ausgebildete Referent aus dem sächsischen Elbflorenz hatte seinen Vortrag abgesagt, aus persönlichen Gründen. Ade lang ersehnte Aura-Reinigung und neue Erkenntnisse über Starr Fuentes,  die Linienhalterin der Curanderos von Mexiko, wird es auch nicht geben.

Enttäuscht verlasse  ich den Kongress und verzichte auf die Vorträge zur Phytotherapie, Homöopathie, zu Ausleitungsverfahren und zu Lüschers Selbst-Regulationspsychologie. Der Vortrag zum Thema „Es gibt keine unheilbaren Krankheiten, es gibt allenfalls unheilbare Menschen“ und die Möglichkeiten zum Gesunden Altern nach Viktor Philippi interessieren mich jetzt auch nicht mehr.

Ich fahre auf schnellstem Wege nach Hause und hole die am Morgen verpasste kalte Dusche nach. Welch wundersame Wandlung. Ich sehe  energische Züge in einem etwas älteren Gesicht, umspielt von einem  leicht goldenen Kranz der sich im Spiegel brechenden Strahlen der Sonne.  Vom geöffneten Fenster her ist  eine leichte Brise zu spüren. Der Akku ist  wieder aufgeladen.

Am Montag darauf.  Der frische Duft des Morgenkaffees umschmeichelt meine Nase, ein halbseitiger Bericht in der OTZ  über den Greizer Kongress weckt meine Neugier. Vielleicht habe ich doch etwas verpasst? Eine etwas ausführlichere Beschreibung der bioenergetischen Meditation nach Philippi, ausschließlich positive Stimmen der Besucher und eine Auflistung aller Veranstaltungen prägen den Artikel. Dem Redakteur  ist  nicht aufgefallen,  dass einige von ihm aufgeführte Referenten gar nicht anwesend waren.

(wr)

(GWUP)  Petition gegen die politische Schirmherrschaft des deutschen Homöopathie-Kongresses


—>   Unterstützer können sich  hier anschließen. <—–


Schon im Januar finden wir einen Top-Favoriten für das Bullshit-Statement des Jahres:

Das von den Homöopathie-Kritikern häufig bemühte „Nichts“ wird von den Physikern als u. a. als Quantenvakuum bezeichnet und spielt eine maßgebliche Rolle in der Erklärung der Wirkweise der Homöopathie.”

Ebenso sinnfrei könnte man an dieser Stelle über ein Kopfvakuum spekulieren – darum soll es aber gar nicht gehen.

Kon

Das wirklich Erschreckende ist, dass eine Professorin und Senatorin für “Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz” sich hinter solchen Schwachfug stellt.

–>weiter bei  GWUP

Gesundheitsjournalismus zwischen Anspruch und Wirklichkeit

(vikas/wr) Die „Freie Presse“ (FP) startete im Mai 2015 eine Serie zu alternativen Heilmethoden.  Die Berichterstattung erfolgt zu einem Zeitpunkt zunehmend unzureichender ärztlicher Versorgung im Vogtland und im mittleren Erzgebirge. Das Landratsamt des Vogtlandkreises  hat inzwischen für die Region Reichenbach den Ärztenotstand ausgerufen[21]. Vor diesem Hintergrund titelte die FP im einleitenden Artikel vom 07.05.2015:

„Anders  heilen  – Alternative Heilmethoden im Überblick – Wirkt Natur wirklich Wunder? Diese Ratgeber-Serie soll Klarheit schaffen“

„Wir  wollen aufklären, Befürwortern und Kritikern Raum für ihre Argumente geben. Bei der Debatte darüber sollte endlich Schluss sein mit dem Schwarz-Weiß-Denken: Schulmediziner doktern nur an Symptomen rum, Naturheiler sind Scharlatane. Zweifellos gibt es unter dem Deckmantel der Naturmedizin schwarze Schafe, denen es vor allem ums Geld geht. Der Begriff ist nicht geschützt und weit auslegbar bis tief ins Esoterische.   Fakt ist aber auch, dass sich immer mehr Ärzte naturheilkundlichen Methoden öffnen. Einige sind inzwischen so gut durch Studien belegt, dass Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen. “[22]

Die Autorin Katrin Saft verspricht an dieser Stelle, mit der geplanten Serie aufzuklären und Befürwortern und Kritikern Raum für Argumente zu geben. Dieses Versprechen soll an einigen Beiträgen überprüft werden.

–> Beitrag lesen

 


Zu den Originalbeiträgen der „Freien Presse“:

picture alliance/dpa

Immer mehr Menschen wenden sich alternativen Heilmethoden zu. Doch die Unwissenheit über derartige Verfahren ist groß. Genau das ist für die „Freie Presse“ Anlass, sich mit dem Thema „Anders heilen“ in einer Serie auseinanderzusetzen und über Wirksamkeit, Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Heilpraktiken aufzuklären. weiter lesen

(screenshot FP vom 18.10.2010)


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