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Die Tage werden kürzer ……

26/09/2010

…. der Verstand beginnt zu dämmern, auch im New Dawn (Oshomanjusha) in Dresden. Die nahende Herbststimmung drückt offensichtlich auch hier aufs Gemüt. Die dunkle und chaotische  Mutter, das Ur-Weibliche gewinnt an Dominanz.

Dem zu Begegnen hat sich laut Programm des New Dawn Elvira aus Köln nach Dresden aufgemacht. Elvira – Heilpraktikerin in eigener Praxis und jahrelange Schülerin von Osho – ist u.a.  Spezialistin  für die Bioelektrizität des Herzschlages,  eine Art Bioelektriker sozusagen.  Ging es ihr im Frühjahr  um den väterlichen Archetypus des Helden und daraus resultierende  Magenbeschwerden, so widmet sich Elvira aus Köln im  Herbst der weiblichen Blase und des Pons – einer angeblichen Brücke in unserem Gehirn mit dem Gedächtnis eines Elefanten.   Im Dezember nimmt sich dann Rasiko aus dem Osho-Manjusha-Meditationszentrum in Schmiedeberg die unterschwelligen Ängste und den inneren Groll im Buddha-Kanal vor.

Beide bedienen sich dabei der gleichen Methode: Tibetan Pulsing , eine nebulöse ganzheitliche Körperarbeit , die angeblich auf uraltem tibetischem Wissen basiert. Mittels Irisdiagnostik werden demnach körperliche Spannungen, Schmerzen und Blockaden festgestellt, die sich im Laufe des Lebens in unseren Organen eingenistet haben.  Verstopfte Nervenleitungen werden gereinigt, um einen freien Fluß positiver Energie zu ermöglichen, ebenso seelische Wunden aus der Vergangenheit. Nichts ist unmöglich. Gegen ein ordentliches Salär werden so ziemlich alle Kurzschlüsse des Lebens ertastet und weggedrückt.

Wenn die Herbstsonne ihre  Chance bekommt und die Nebel im Pöbeltal und über Dresden vertreibt, in lichten Momenten sozusagen, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die angeblich alte Heil- und Therapiemethode aus den tibetischen Klöstern  entpuppt sich dann als eine der bevorzugten Methoden der Osho-Rajneesh-Bewegung, die den Tibetern ziemlich fremd vorkommen dürfte.

Eine Methode, die auch nur annähernd dem Tibetan Pulsing entspricht, findet sich in der traditionellen tibetischen Heilkunde nicht.

Der Begriff  Tibetan Pulsing wurde Mitte der 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von dem Rajneesh-Schüler Shantam Dheeraj geprägt. Dieser bezeichnete damit das von ihm vorgestellte „uralte tibetische Heilwissen“, das ihm auf „übersinnlichem Wege“ zuteil worden sei. Dheerajs Wunderheilverfahren wird von den Esoterikern auch als „Hi-Tec-Pulsing“, mit Abwandlungen als „Holistik Pulsing“  verkauft.  Ähnlich ist auch das „Vibrations Healing“.

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Ganz im Geiste Oshos muss ja das, was ein Sannyassin heute sagt, morgen schon lange keinen Sinn mehr machen.

Wer so agiert, der dürfte mit der Tibetan-Pulsing-Abzocke kaum Unrechtsempfinden verspüren, zumal Tibetan Pulsing  nach eigener Darstellung nur funktioniert, „..wenn der Verstand in den Hintergrund tritt“  – und  somit moralische Kategorien  grundssätzlich nicht mehr anwendbar sind. Esoteriker dürften damit prinzipiell kein Problem haben, betrachten sie doch den Verstand als eines der Grundübel unserer Zeit.

Wer darüber nicht den Verstand verliert, der hat – frei nach Lessing – keinen zu verlieren.

-> mehr zu Tibetan Pulsing

(wr/dvpj)

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