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Heilende Pendler oder pendelnde Heiler…..?

28/09/2010

– egal was uns die Glaskugel für die Zukunft mit auf den Weg gibt – beide Varianten sind einfach ein Alptraum, wenn auch ein scheinbar kostengünstiger. Und Deutschland muss sparen, das wissen ja dank Gebetsmühlen drehender Politiker inzwischen fast alle. Nicht überall, aber ……

Da kommte es doch wie gerufen, wenn finanzschwere Stiftungen esoterischen und parawissenschaftlichen Hokuspokus finanzieren,  hoffiert von Politikern aller Schattierungen, die Wissen und Glauben nicht unterscheiden können oder wollen. Esoteriker irren sich bekanntlich nie und finden immer die richtige Lösung für unsere täglichen Wehwehchen von Husten bis Krebs und Aids. Das auch noch angeblich kostengünstig und mit Sicherheit publikumswirksam, wer kann da schon widerstehen- nicht einmal die kranken Kassen.

Auch wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland können sich diesem Trend nicht mehr entziehen. Wer zahlt dem wird gedient – nach diesem Motto agieren nach einem Bericht auf Zeit Online inzwischen auch zahlreiche akademische Einrichtungen.

Wirtschaftliche Erwägungen müssen sicher in allen Bereichen unseres Lebens beachtet werden, auch in der Medizin. Bedenklich wird es allemal dann, wenn genau aus diesen Erwägungen heraus die Gefahr besteht, dass die  medizinische Wissenschaft (und nicht nur die) auf der Strecke bleibt.

Die Alternativmedizin betreffend bringt es auf Zeit Online der Mediziner Klaus-Dietrich Bock auf den Punkt.  Zitat: „»Die Patienten verwechseln meist Heilung einer Krankheit mit der Beseitigung eines Symptoms.«Der Emeritus für Innere Medizin führt seit Jahrzehnten einen Kampf gegen diese Methoden. Die meisten alternativen Therapieformen, so hat Bock festgestellt, aktivieren den Placeboeffekt, also unspezifische psychologische Wirkungen, die Bestandteil fast jeder wirksamen Therapie sind. Wer als Heiler ausschließlich auf diese Methoden setze, den vergleicht Bock mit einem windigen Verkäufer: »Er dreht uns Autos ohne Fahrwerk an, in denen man sich zwar wohlfühlen kann, die uns aber nicht von A nach B bringen.«“

Solche Autos hat uns die Paralellwelt der Finanzwirtschaft bereits verkauft, mit Abwrackprämie.

MdB’s fordern „Methodenpluralismus“ bei der Beurteilung der Komplementärmedizin, um dieser zum Durchbruch zu verhelfen. Sozialminister sehen die Homöopathie auf dem Vormarsch. Wer wagt es da schon, an solcher geballter Ladung  Komplementär-Kompetenz zu zweifeln?

Wer zahlt hat Recht und wer den Karren richtig in den Sand setzt, dem muss mit Steuergeldern, mit dem Geld der anderen,   geholfen werden. Eine klare Strategie, die – wie bereits erwähnt – in der Parallelwelt der Finanzen satte Boni gesichert hat.

Eine todsichere Rezeptur, das ehemalige Land der Dichter und Denker  fast unbemerkt  in die geistige Umnachtung zu pendeln.

Der Artikel auf Zeit Online ist lesenswert – lesen Sie ihn bevor es dunkel wird.

(wr/dvpj)

Nachtrag vom 13.12.2010: Auch mit diesem Artikel haben die Zeit-Online-Redakteure den Nagel auf den Kopf getroffen.

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