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VIKAS vor Ort – Vipassana Triebel

19/06/2011

Im idyllischen Vogtland unweit von Plauen, dort wo sich im Volksmund Hase und Fuchs gute Nacht sagen, liegt das Deutschlandzentrum der Vipassana-Vereinigung. Das Zentrum hatte am 19. Juni zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Die Neugier ließ uns die Anfahrt in langsamer Fahrt über eine längeren Schotterweg, auf der uns zum Glück niemand entgegen kam, ertragen.

Am Ziel ein überwältigender  Blick ins Vogtland und das sorgsam restaurierte Objekt des Vipassana-Meditationszentrums bei Triebel. Mit erheblichem finanziellen Aufwand, nach Aussage unseres Gastgebers ca. 1,7 Mio, und dank Denkmalschutz auch mit staatlichen Fördermitteln aufgebaut. Eine Erweiterung der Kapazität von derzeit 100 auf 150 Kursteilnehmer ist geplant.

Bei einer Führung durch das Objekt ließen wir uns Vipassana und die Umstände, unter denen man diese Art der Meditation ausüben kann, etwas genauer erläutern.

Vipassana ist nach Aussage des Anbieters ein unkomplizierter Weg, der tiefgreifende Einsichten und inneren Frieden fördern und zu einem unkomplizierten und glücklichen Leben führen soll. Eine Methode der geistigen Läuterung durch Selbstbeobachtung. Erlernbar nur in einem 10-tägigen Kurs unter Anleitung eines qualifizierten Lehrers. Qualifiziert bedeutet hierbei, dass man selbst diesen Kurs absolviert haben muss – weiter nichts.

Der Kurs verläuft in drei Stufen. Zu Beginn ist das Versprechen abzugeben, alle Frieden und Harmonie störenden verbalen und körperlichen Handlungen zu unterlassen. Der zweite Schritt dient dann der Erlangung einer gewissen Herrschaft über den Geist, indem man seine Aufmerksamkeit nur – solange wie möglich ohne Unterbrechung – auf seinen Atem gerichtet hält. Diese beiden Schritte sind die Vorbereitung auf den entscheidenden dritten Schritt:  Läuterung des Geistes von Unreinheiten durch die Entwicklung von Einsicht in die eigene Natur – Vipassana, Selbstläuterung durch Selbstbeobachtung.

Ergebnis des Kurses lt. Prospekt: erfahren der universellen Wahrheit von Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Ichlosigkeit – die geistige Läuterung, sprich Ausschalten des Fragen stellenden (Quäl-) Geistes und die Dinge so betrachten, wie sie sind und nicht wie sie zu sein scheinen. Was dies bedeutet, wollte  der Vipassanalehrer auf nochmalige Nachfrage leider nicht verraten – dies könne man nur erfahren. Macht nichts, wir konnten es ja in den ausliegenden Prospekten nachlesen.

Während des Kurses keine Kontakte zur Außenwelt, keine Kommunikation mit anderen Kursteilnehmern; Kommunikation mit den sogenannten Lehrern ausschließlich zu organisatorischen Fragen, zu anderen Problemen nur, wenn nicht vermeidbar.

Kursteilnehmer müssen sich einverstanden erklären, den Anweisungen der Lehrer für die Dauer des Kurses genauestens Folge zu leisten. Ein solches Vertrauen in die Lehrer und die Technik sei die Basis für den Erfolg in der Meditation.

Die Unterbringung der Kursteilnehmer erfolgt in kleinen Kammern, in denen sich zwei bis vier Teilnehmer mindestens einmal am Tag zwangsläufig auf die Füße treten müssen. Meditation von bis zu 80 Kursteilnehmern täglich mehrmals in einem Raum, in dem ich Platzangst bekäme, wenn sich außer mir höchstens noch die Hälfte davon drinnen aufhalten würde. Das ganze 10 Tage und Nächte ohne ein Wort untereinander, ohne eine aufmunternde Geste oder Mimik von anderen Teilnehmern – für mich unvorstellbar. Für unseren Führer durch das Zentrum kein Problem, auch für meinen Fall hätte man eine Lösung. Welche wollte er mir nicht sagen, ich wollte es auch gar nicht mehr erfahren. Besucher, die mit uns das Zentrum besuchten und den Kurs schon absolviert hatten, bestätigten  seine Aussage.

Im Begleitheft „Einführung in die Technik und Teilnahmebedingungen“ weist das Vipassanazentrum in Triebel darauf hin, dass Vipassanakurse für Menschen mit psychischen Problemen nicht geeignet sind. Auch wird darauf hingewiesen, dass es an therapeutisch geschultem Personal fehle, um Menschen mit solchem Hintergrund angemessen betreuen zu können. Soweit so gut.

Die fehlende therapeutische Qualifikation der Lehrer  wurde im Gespräch mit einem „Meditationslehrer“ während des Tages der offenen Tür eindrucksvoll bestätigt.

Die Beurteilung, ob jemand an einem Kurs teilnehmen kann oder nicht, wird ausschließlich anhand des vor dem Lehrgang  durch den Interessenten auszufüllenden Fragebogens vorgenommen. Das Personal des Zentrums ist nicht in der Lage, die tatsächliche Befindlichkeit eines Kursteilnehmers zu beurteilen.

Was passiert nun, wenn jemand sich zum Kurs anmeldet, der ohne es zu wissen an  psychischen Problemen leidet? Sollte es zu Komplikationen während des Kurses kommen, würde man angemessen reagieren, so die Auskunft des Lehrers. Konkrete Aussage – Fehlanzeige. In der Regel, so der Lehrer weiter, findet der Betroffene die Antwort auf seine Probleme selbst. Die Antwort auf das Wie blieb offen. Solche Fälle seien aber selten wurde betont.

Im Zentrum eine kleine, genauer gesagt sehr kleine Bibliothek. Vor dem Regal ein älterer Herr. Auf meine Frage, ob man die Bücher gelesen haben muss die prompte Antwort: braucht man nicht, man muss es erfahren haben. Dass er die Bücher nicht gelesen hat oder nicht mehr liest, habe ich ihm aufs Wort geglaubt. Das er es erfahren hat auch – ich habe es  ihm angesehen.

(wr/dvpj)

mehr zum Thema: Sekteninfo NRW

One Comment
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