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Dauerbrenner Homöopathie – Teil 2 – Köthen / Sachsen-Anhalt

19/08/2011

Homöopathie in Köthen (Anhalt) – dem Ursprungsort ärztlicher Homöopathie – , darüber nachzudenken ist selbst für Skeptiker  lohnenswert. Kämen Sie auf die Idee, dass Homöopathie im Stadtumbau in Sachsen-Anhalt eine maßgebliche Rolle spielen kann?

Keine Sorge, die Stadt und ihre Bewohner werden nicht verdünnt und geschüttelt, bis von beiden nichts mehr übrig bleibt. Das mittels Homöopathie in Köthen zu lösende Problem bestand ganz simpel darin, wie eine Stadt mit  schrumpfender Einwohnerzahl und  zunehmender Perspektivlosigkeit umgehen soll. Die rettende Idee: „im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010  erstmals homöopathische Prinzipien erfolgreich auf den Bereich der Stadtplanung (zu) übertragen…“. Bei diesen Prinzipien handelt es sich um die alles entscheidenden Fragestellungen `Was stört Sie?` und `Was fehlt Ihnen?`. Nachzulesen auf „Homöopathie in Köthen“ .

Mancher wäre vielleicht auch ohne Homöopathie auf die Idee gekommen, bei der Stadtplanung die betroffenen Köthener danach zu fragen. Nicht aber der Bürgermeister und die Stadtplaner von Köthen. Warum sollten sie auch? Ohne die bahnbrechende Auslegung homöopathischer Denkweisen wäre Köthen nie in den Genuß der im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010 zur Verfügung gestellten Fördermittel gekommen, wie nachstehndes Zitat vermuten lässt:

Ursprünglich hatte Köthen als „Stadt zum Leben und Wohlfühlen“ in die IBA-Auswahl gehen wollen. Es war vermutlich ein Glücksfall, dass man von dieser eher generalisierenden Zielstellung, die so oder ähnlich auf alle anderen IBA-Städte zugetroffen hätte, wieder abkam und stattdessen die Homöopathie ins Spiel brachte. „Wir wollten damals eine homöopathische Bibliothek und ein homöopathisches Zentrum in der Lutzeklinik unterbringen“, erinnert sich Zander. Im Laufe der Gespräche mit Vertretern des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) habe man überlegt, was man noch gemeinsam machen könne. Und sei dabei auf die IBA gekommen. Nach einer „denkwürdigen Diskussion im Bauhaus“, wo die geistige IBA-Zentrale ihren Sitz hatte, stand das Thema. Dessen Umsetzung der Stadt Köthen als sichtbarsten Nachweis der IBA-Sinnhaftigkeit die mit einem erheblichen finanziellen Aufwand betriebene Rettung des Spitals in der Wallstraße beschert hat. Und mit der Rettung auch den Sitz der durch den DZVhÄ betriebenen Europäischen Bibliothek für Homöopathie.

Die Motive für die Vorgehensweise der Köthener Stadträte und deren Stadtplaner sind ohne weiteres verständlich. Nur was um alles in der Welt ist an dieser Methode (ausser den volkstümlichen, alltäglichen Fragestellungen) homöopathisch? Die Wirksubstanz wird weder verdünnt noch geschüttelt und es wird auch nicht „gleiches mit gleichem“ therapiert. Im Gegenteil, der Köthener Ansatz führt das Hahnemannsche Prinzip ad absurdum. Vollkommen andere Finanzmittel werden verstärkt eingesetzt um die in Köthen fehlenden zu heilen, und das auch noch unverdünnt. Bei genauerem Hinsehen lassen sich dann aber doch Gemeinsamkeiten zwischen der Auslegung des Hahnemannschen Prinzips in der Moderne  und der „Cöthener Methode“ erkennen – der Zweck heiligt die Mittel.

So gesehen könnte die „Cöthener Methode“ in den nächsten Jahren durchaus zu einem Grundanliegen der homöopathischen Lehre werden, zu deren Zentrum sich Köthen in Zukunft wieder entwickeln soll.  Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) hat in Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) einen Masterstudiengang Homöopathie entwickelt, dessen Präsenszeiten in der EBH in Köthen stattfinden werden.

mehr dazu  später in -> Dauerbrenner Homöopathie – Teil 3

(wr/dvpj)

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