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Caberta und der Pfarrer Fliege

25/08/2011

Herr Dr. Reinhard Hempelmann und Frau Claudia Knepper von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) sind empört. Anlaß ist das „Schwarzbuch der Esoterik“ von Ursula Caberta. Die in einer Publikation vom 12.8.2011 von den Autoren gezeigt Empörung ist ja aus deren Sicht durchaus verständlich. Schließlich zeigt Frau Caberta in ihrer Veröffentlichung auch Probleme auf, über die die renommierten christlichen Kirchen Deutschlands  verständlicher Weise in der öffentlichen Diskussion nur ungern sprechen möchten.

Zum besseren Verständnis. Frau Caberta hat keine wissenschaftliche Abhandlung zur Esoterik publiziert, dies wäre auf 180 Seiten A5 nicht einmal ansatzweise möglich. Sie hat einfach den Finger auf eine Wunde unserer Zeit gelegt und ganz pragmatisch aufgezeigt, dass Esoterik in den verschiedensten Erscheinungsformen inzwischen ein zentrales Thema unserer Gesellschaft ist, mit dem viele einfach noch nicht gelernt haben umzugehen.

Während man den evangelischen Pfarrer im Ruhestand, Jürgen Fliege,  diskret und ohne ihm ernsthaft weh zu tun darauf hinweist, wie er als ordinierter Geistlicher mit dem Thema umgehen sollte,  wird Frau Caberta ein „Rundumschlag gegen verschiedenste Formen vereinnahmender Religiösität“ vorgeworfen. Ihre Forderung nach einer klaren Trennung zwischen Staat und Kirche auch in Deutschland wird „als Vision einer staatlichen Weltanschauungskontrolle“ interpretiert. Offensichtlich nimmt man lieber Fliege in Kauf als die Tatsache zur Kenntnis, dass immer mehr Deutsche mit ihrer Konfessionszugehörigkeit ein Problem haben und die Vertreter der traditionellen Kirchen in Deutschland ein solches mit dem Umgang der zunehmenden Säkularisierung unserer Gesellschaft.

Sicher ist das „Schwarzbuch der Esoterik“ auch polemisch. Die oben erwähnte Publikation jedoch auch und das auf einem deutlich niedrigerem Niveau.

(wr/dvpj)

2 Kommentare
  1. Antiproton permalink

    Ich vermisse bei aller Kritik am Buch von Frau Caberata die vielen namentlich erwähnten schwarzen Schafe, die sie immer mit Quellen in ihrem Buch hinterlegt hat, in den Presseartikeln.

    Sicherlich ist ein Pfarrer der Wässerchen anbietet etwas sehr Merkwürdiges innerhalb der evangelischen Kirche.

  2. Die evangelische Kirche macht „feine“ Unterschiede: Fliege ist als gelernter Pfarrer und Werbeikone der Protestanten natürlich wichtig für die EKD. Frau Caberta ist „nur“ evangelisch, also zahlendes Vereinsmitglied. Und wenn ein (aus deren Sicht) rangniedrigeres Vereinsmitglied einem ranghöheren Tier ans Bein pieselt, dann bellt das Alphatier von ganz oben. Schon grad, wenn ein Weibchen muckt.
    Dieses Verhaltensmuster kann man in jedem Zoo beobachten.

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