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Der optimistische Skeptiker

06/07/2012

Amardeo Sarma titelt am 25.06.2012 auf GWUP : Deutschland – langsame Wende zur Vernunft?  Weiter schreibt der Autor, dass  „..es  Anzeichen dafür (gibt), dass Kritik an pseudowissenschaftlichen Umtrieben auch an deutschen Universitäten und Bildungseinrichtungen Raum gewinnt. Hat wissenschaftliche Redlichkeit wieder eine Chance?“

Die Fragen sind berechtigt. Das eigentliche Übel aber ist, dass sie überhaupt gestellt werden müssen und nur erste Anzeichen für Kritik an pseudowissenschaftlichen und ähnlichen Umtrieben an Universitäten und Bildungseinrichtungen zu erkennen sind. Esoteriker haben sich an Bildungseinrichtungen inzwischen häuslich eingerichtet, von der Schule bis zur Universität. Nicht nur dort, aber das sie es gerade dort immer wieder schaffen,  ist für den gesunden Menschenverstand eine besonders schmerzhafte Erfahrung und müsste eigentlich einen mit solchem ausgestatteten Akademiker herausfordern. Hier geht es nicht einfach nur um akademischen Unfug. Nein, hier sind irrationale  Vorstellungen am Wirken, die die Lebensläufe  ganzer Generationen prägen können.

Kritische Stimmen zu Fehlentwicklungen dieser Art bekommen zunehmend Gehör  und ihre Anzahl steigt . Das ist gut so und macht den Skeptiker optimistisch. Irrationales und pseudowissenschaftliches Gedankengut hat sich aber besonders in den letzten 2-3 Jahrzehnten verstärkt in einer wesentlich größeren und immer noch steigenden Anzahl von Köpfen eingenistet, ist für viele inzwischen Alltag und damit “ gültiges Allgemeinwissen“ und Richtschnur des täglichen  Handelns und lukrativen Broterwerbes  geworden. Das wiederum macht den Optimisten skeptisch.

Es bleibt aber die Hoffnung, dass die Zahl derer stetig zunehmen wird, die der auf der 6. Welt-Skeptiker-Konferenz in Berlin von CSI, ECSO und GWUP  verabschiedeten Resolution zustimmen und für die Rückkehr zu den Standards guter wissenschaftlicher Praxis wirken werden.

Deren Kernforderungen lauten:

•    sicherzustellen, dass Universitäten, medizinische Einrichtungen und Hochschulen den aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnis lehren. Sie müssen der Versuchung widerstehen, unbelegten Behauptungen Eingang in Bildungsangebote zu gestatten; sie müssen es als ihre Pflicht begreifen, Schülern und Studenten den Unterschied zwischen wissenschaftsbasierten und unwissenschaftlichen Methoden im Bereich von Wissenschaft und evidenzbasierter Medizin zu vermitteln.

•    sicherzustellen, dass die wissenschaftliche Standards der evidenzbasierten Medizin ohne Ausnahme zur Anwendung kommen, und Versuchen zu widerstehen, aufgrund ideologischer oder kommerzieller Interessen Ausnahmen für bestimmte Therapieformen einzuführen oder beizubehalten, da diese eine potentielle Gefahr für das Wohlergehen der Patienten darstellen.

•    sicherzustellen, dass Schulen ihr Bildungsangebot auf anerkannte wissenschaftliche Basis stützen. Abzulehnen sind Versuche, das Bildungsangebot nach ideologischen, politischen oder religiösen Kriterien zu beeinflussen, wie es bei den Unterrichtsthemen Evolution und globaler Erwärmung bereits vorgekommen ist.

(wr/dvpj)

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