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Urania Berlin – Wissen oder flotte Sprüche ?

16/08/2015

URANIA – das Original als Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse  – wurde  1954 in der damaligen DDR gegründet.  „Die Gesellschaft setzte sich vor allem für eine allgemein verständliche Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und neuer Technologien sowie eine Popularisierung der Wissenschaften ein.“(Wikipedia). Nach der deutschen Wiedervereinigung entstanden aus der Gesellschaft eine Reihe von lokalen Urania-Vereinigungen, die 1991 den „Bundesverband Neue Urania“ gründeten.

Die Urania Berlin vertritt den ursprünglichen Anspruch nach eigener Darstellung auch heute noch. Anspruch und Wirklichkeit sind aber  keine siamesischen Zwillinge. Kein Wunder also, dass  beide nicht selten  getrennte Wege gehen. Bei den für den 12.09.2015 angekündigten „Urania Naturheiltagen“ scheint das besonders deutlich zu werden.  Zu den geplanten Fachvorträgen wird man sich erst nach der Veranstaltung konkret äussern können. Bei Themen wie „multimodale Therapie des ganzen Menschen“ und „Ganzheitliche Zahnheilkunde“  kann man zwar gut spekulieren, aber das hat mit Wissenschaft bekanntlich nichts zu tun. Gedulden wir uns also noch ein wenig.

Die Ausstellerangebote mit „Lebensfeuermessung“ und naturheilkundlicher Beratung im Einklang mit der Natur deuten schon eher an, wohin die Reise führen könnte. Richtig zur Sache könnte es dann bei der gleichzeitig stattfindenden „Lebensernergie-Konferenz“ mit „einigen der beliebtesten Urania-Experten gehen“. Und das im Humboldt-Saal,  dem „Wissenschaftstempel“ der Urania. Zu den aktuellen Referenten fällt mir momentan nichts ein. Ein Blick auf die Referentenliste der Konferenz 2014  ist aber auch sehr aufschlußreich. Dort finden sich z.B.  Koryphäen   wie Dr. Rüdiger Dahlke – der Visionär einer Medizin der Zukunft – oder Veit Lindau vom „Human Trust“, der ein erfülltes Leben durch radikale Selbstliebe verspricht.  Den Rest spare ich mir, den kann man hier nachlesen.

Im Vorfeld der Veranstaltung interessiert mich eine ganz andere Frage.

Warum findet diese im  Humboldt-Saal ?    Alexander von Humboldt war schliesslich einer der grössten Universalgelehrten seiner Zeit. Er war Wissenschaftler und intellektuelle Redlichkeit war sein Markenzeichen. Humboldt gab seiner Leserschaft Einblicke in die Entstehung von Wissensbeständen. Er lieferte gleichsam Momentaufnahmen wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse und unterstützte stets die  Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf allgemein verständliche Art.

Warum dann Dahlke und Lindau im Humboldt-Saal?

Was ist geblieben vom 1954 formulierten Anspruch der Urania an sich selbst? Was ist geblieben von der Muse der Sternkunde? Es soll ja immer wieder passieren, dass  Astronomie mit Astrologie verwechselt wird.

 

 

 

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